Patienteninterview
Interview mit Emilio
Emilio berichtet über seinen Behandlungsweg nach einem Post-Covid-Syndrom mit ME/CFS.
Auszug aus dem Transkript
Gekürzter Auszug aus dem Videointerview; Antworten sprachlich leicht geglättet.
Ich habe mich bei der Praxis gemeldet, weil ich ein ausgeprägtes Post-Covid-Syndrom hatte, also Long-Covid. Im Vordergrund standen starke körperliche wie kognitive Fatigue, Konzentrationsstörungen, Belastungsintoleranz, diese typische post-exertionelle Malaise, und Schlafstörungen. Ich hatte grundsätzlich keine Energie.
Meine Beschwerden begannen im März 2022 nach der Covid-19-Infektion und verschlechterten sich über die folgenden Monate kontinuierlich. Den ersten Termin bei Dr. Csepregi hatte ich im Februar 2023, elf Monate nach Krankheitsbeginn. Vorher war ich bei mehreren Ärztinnen und Ärzten und in einer spezialisierten Long-Covid-Sprechstunde; empfohlen wurden vor allem Physiotherapie, Ergotherapie, das Erlernen des Pacings und Psychotherapie, aber keine aus meiner Sicht zielführende Behandlung.
Bei Dr. Csepregi war es das erste Mal, dass ich mich wirklich ernst genommen gefühlt habe. Es wurden Sachen abgeklärt, die vorher nie abgeklärt worden waren. Die Behandlung war deutlich ganzheitlicher und stärker an der aktuellen Forschung orientiert: Mein Zustand wurde umfassend analysiert, und man hatte dann schwarz auf weiss Hinweise, was man machen könnte, bei den Mikronährstoffen oder hormonellen Faktoren.
Am Anfang ging es darum, die Mikronährstoffe auf ein gutes Niveau zu bringen. Ich hatte Eiseninfusionen, B12-Spritzen, Zink und Kupfer. Später kamen Schilddrüsenhormone dazu, und da war der Effekt sehr deutlich: Innerhalb einer Woche habe ich einen grossen Sprung gemacht. Sobald sich mein Zustand stabilisiert hatte, haben wir gewisse Massnahmen wieder reduziert; heute nehme ich hauptsächlich noch Schilddrüsenhormone und achte auf einen guten Mikronährstoff-Status.
Nach etwa acht Monaten ging es mir deutlich besser, und ich konnte Schritt für Schritt die Stellenprozente bei der Arbeit wieder steigern. Bis ich im Kopf sagen konnte, Long-Covid beziehungsweise ME/CFS ist vorbei, hat es etwa eineinhalb Jahre gedauert. Heute arbeite ich wieder 80 Prozent ohne Probleme und kann längere Velotouren machen, auch mal neun Tage unterwegs sein und jeden Tag 100 Kilometer fahren. Ich fühle mich wieder topfit.
Der grösste Unterschied liegt in der Herangehensweise: Frühere Behandlungen waren primär darauf ausgerichtet, zu lernen, mit der Krankheit zu leben. Bei Dr. Csepregi geht es darum, einen individuell angepassten Therapieansatz zu finden, mit dem Ziel einer echten Verbesserung, und die Ursache zu finden. Er bezieht sich auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, ist offen für neue therapeutische Optionen, und die Behandlung wird laufend angepasst. Diese Kombination aus Individualisierung, Aktualität und Pragmatismus habe ich vorher bei keinem anderen Arzt gesehen.
Ich wünsche mir, dass es mehr Ärztinnen und Ärzte gibt, die so offen sind für neue Ansätze und sich mit diesem Krankheitsbild auskennen.
Jedes Interview wird mit schriftlichem Einverständnis der beteiligten Person veröffentlicht. Es schildert persönliche Erfahrungen und stellt kein Heilversprechen dar.
Aussagen über frühere Behandlungen und Diagnosen geben die persönliche Erinnerung der Interviewten wieder.